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Katholische Arbeitnehmervertreter fordern grundlegenden Umbau der Pflegeversicherung

Die Interessengemeinschaft der Mitarbeitenden in Caritas und Kirche (IG-MiCK) fordert die Politik dazu auf, zur Lösung des drängenden Zukunftsthemas Altenpflege, das System der Pflegeversicherung grundlegend umzubauen. Damit stellt sich die IG-MiCK auch klar hinter den Diözesan-Caritasdirektor für die Erzdiözese Bamberg, Gerhard Öhlein, der in der aktuellen Ausgabe der „neuen caritas“ angesichts des akuten Fachkräftemangels in der Altenpflege gefordert hat, die Pflegeversicherung „von einer Teil- zu einer Vollkaskoversicherung“ umzubauen.

Forderungen der IG-MiCK

Die Interessengemeinschaft der Mitarbeitenden in Caritas und Kirche (IG-MiCK) fordert die Politik auf,

  1. die Pflegeversicherung zukunftsfähig zu einer Pflegevollkostenversicherung umzubauen, die das volle finanzielle Pflegerisiko abdeckt.
  2. Der Eigenanteil der Pflegebedürftigen ist dafür an den Pflegekosten, der Höhe und der Dauer nach, nach oben zu begrenzen.
  3. Diese Pflegevollkostenversicherung sollte nach dem Vorbild der Krankenversicherung paritätisch finanziert werden.
  4. Durch moderate Beitragssteigerungen und die Einbeziehung weiterer Einkommensarten sowie eine teilweise Steuerfinanzierung soll die Pflegeversicherung stabilisiert werden.
  5. Die Pflegekassen sollen den Abschluss von Versorgungsverträgen mit Pflegeanbietern stärker als bisher an die Zahlung von tariflichen Arbeitsentgelten binden.

Thomas Rühl, Sprecher der Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (ak.mas): „Die derzeitige Finanzierung der Pflegeversicherung macht Pflegebedürftigkeit zum Armutsrisiko und verhindert eine Lösung des Personalmangels in der Pflege. Wir brauchen einen grundlegenden Umbau der Pflegeversicherung!“

IG-MiCK: Die Altenpflege in Deutschland steht vor großen Herausforderungen, die nur gemeinsam gelöst werden können!
Zum einen leiden die Pflegeeinrichtungen längst unter dem Personalmangel, der nur noch durch spürbare Verbesserungen in der Vergütung und in den Arbeitsbedingungen, zum Beispiel durch mehr Fachkräfte, gelöst werden kann. Handlungsbedarf liegt angesichts der zunehmenden Alterung der Gesellschaft vor allem in der Gewinnung von wesentlich mehr Menschen als heute, die den Beruf der Altenpflege ergreifen wollen – und darin, zu verhindern, dass vorhandene Pflegekräfte nicht resignieren und ihren Beruf aufgeben.

Zum anderen sind die Pflegebedürftigen und deren Angehörige durch steigende Zuzahlungen für Pflegeleistungen schon jetzt oft finanziell überlastet. Der Zuschuss der Pflegekassen steigt seit Jahren schon nicht mehr in dem Maße wie die Kosten der Pflege. Dies führt bei steigenden Kosten, etwa durch mehr Personal und durch steigende Löhne, zu einer Erhöhung der Eigenanteile für pflegebedürftige Menschen oder deren Angehörige.

Thomas Schwendele
Mitarbeiterseite der Zentralen Kommission zur Ordnung des Arbeitsvertragsrechts im kirchlichen Dienst (Zentral-KODA-MAS)
Thomas Rühl
Mitarbeiterseite der Arbeitsrechtlichen Kommission des Deutschen Caritasverbandes (ak.mas)
Stefan Bug
Bundesarbeitsgemeinschaft der Mitarbeitervertretungen im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz (BAG-MAV)

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